Umfeld Riedbahnbrücke Mannheim 2.Preis

Nutzungsart
Barrierefreiheit
Infrastruktur
Städtebau, Urbanität & Landmarks
Projektzeitraum
2015
Typus
Umbau/Erweiterung
Status
Wettbewerb/Wbw

ArGe SYRA_SCHOYERER ARCHITEKTEN und BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten

Die bestehende Fuß- und Radwegeverknüpfung über Bahn und Fluss hat einen rein technisch-funktionalen Charakter und kann dem heutigen Anspruch einer wichtigen Wegeverbindung nicht gerecht werden. Zu sehr ist die Gesamtmaßnahme in einzelne Komponenten aufgegliedert und zu wenig sind diese auf den attraktiven Landschaftsraum abgestimmt. Besonders beim nun zu erneuernden Stegabschnitt und der bestehenden Rampenlage sind aus städtebaulicher und landschaftsarchitektonischer Sicht die gestalterischen Mängel evident. Daher wird hier mit Blick auf die Gartenschau eine Neuordnung vorgeschlagen, welche die stadt- und landschaftsräumlichen Bezüge erlebbar macht. Der vorliegende Entwurf inszeniert die wichtige Wegeverbindung über eindeutig lesbare und markante Bauteile. Die Rampenanlage wird regelrecht als Brückenkopf für den Verbindungssteg aufgebaut und schließt gleichzeitig die städtebauliche Restfläche durch ein Gebäude mit besonderer Typologie. Der elliptische Grundriss macht es möglich, dass die Sockellinie dieses skulpturalen Baukörpers geschmeidig dem Höhenverlauf der Bahnböschung folgen kann. Die Gebäudehülle dieses Rampenbauwerks besteht aus einem Stabwerk mit vertikalen Lärchenhölzern - je nach Blickwinkel ist die Fassade fast transparent oder geschlossen. Die spiralartige Rampenanlage schimmert durch und man erkennt den offenen und begrünten Innenbereich. Durch eine große Öffnung geht die gekurvte Rampe in den Straßenbereich des Hans-Reschke-Ufers über.

Die Straßenbeleuchtung sollte sich an den allgemeinen Prinzipien und dem Typenkanon der in Mannheim verwendeten Leuchten orientieren. Die Beleuchtung des Stegs und der gekurvten Rampenanlage werden jedoch als Lichtführung über den Neckar inszeniert. Der Steg und die Rampenanlage erhalten ein unterseitig am Handlauf integriertes LED – Lichtband welches auch die bestehende Beleuchtung des Steges ersetzt. Da sich durch das vertikale Stabwerk des Rampenturms dieses Lichtband spiralförmig abzeichnet und erkennbar in den Handlauf des Brückensteges übergeht, wird die Lichtführung und somit der Brückenschlag vom Startpunkt der Rampe bis zur anderen Uferseite deutlich als Lichtinszenierung erkennbar.

Der Auf- und Abgang am Uferweg wird als langgestreckte Rampe mit 4m Breite hergestellt. Der begleitende Handlauf auf der Bahnseite wird analog zu den Handläufen der Brücke ausgeführt und kann ebenfalls mittels einer Lichtlinie im Handlauf beleuchtet werden. Grün: Die begleitenden Böschungsflächen werden als Kräutersaum oder Landschaftsrasen angelegt. Die Unterführung am Hans-Reschke-Ufer (Abschnitt 4). Besondere Bedeutungen kommen hier zum einen der Lichtführung, zum anderen der Barrierefreiheit und der Verbesserung des Sicherheitsgefühls zu. Ziel ist eine durchgängige, einfache Wegeführung der der Passant selbstverständlich folgt. Die Rampen und Treppen entwickeln sich daher aus den vorhandenen Wegeführungen und führen keine nur der Höhenüberwindung geschuldete neue Richtung ein. Der durch einen Grünstreifen mit Bäumen von der Fahrbahn getrennte Fuß- und Radweg am Hans-Reschke-Ufer senkt sich sanft bis auf die Durchgangshöhe der Unterführung ab. Eine breite Stufenanlage (5 Stufen) überwindet vor der Öffnung der Unterführung die Höhe bis auf das Straßenniveau. Auf der Neckarseite Seite führt eine Kombination aus Stufenanlagen und barrierefreien Rampen auf die höhergelegene Ebene des Dammes. Die gegenüber der heutigen Stirnwand nach außen versetzte Stützwand der Rampe ermöglicht eine breitere Wegeführung und wird mit einer Dossierung (Neigung) ausgeführt. Die Oberkante öffnet sich so nach oben und begünstigt einen besseren Lichteinfall auf die mit wildem Wein berankte Stützwand und in die Unterführung. In der Unterführung selbst wird die hell gehaltene Decke durch zwei Lichtbänder welche 40cm unterhalb der Decke an den seitlichen Wänden geführt werden indirekt angestrahlt. Die deutlich hellere Decke vermittelt so eine freundliche und offene Atmosphäre.