Studentisches Wohnen Lerchenberg Mainz
Ausgangslage
Der Stadtbaustein an der Hindemithstraße in Lerchenberg entwickelt sich aus dem heterogenen städtebaulichen Kontext mit Hochhäusern, Baukörpern und Freiräumen entlang von Brunnenplatz, Passage und Regerstraße. Über eine differenzierte Höhenstaffelung reagiert das Gebäude auf die umgebenden Strukturen sowie auf die angrenzenden Außenräume. Die abgestuften Baukörper nach Süden und Osten ermöglichen eine angemessene Einbindung in die Umgebung und sichern gleichzeitig eine gute Belichtung des Innenhofs sowie der innenliegenden Flure durch Tageslicht.
Konzept
Das Konzept basiert auf der Ausbildung eines klar strukturierten Stadtbausteins entlang der Passage, dessen Höhenstaffelung sowohl stadträumliche Bezüge als auch funktionale Anforderungen integriert. Zentrales Thema ist die Organisation von 350 Wohneinheiten innerhalb einer kompakten Struktur, ergänzt durch gezielt platzierte Gemeinschaftsflächen. Innenhof, Atrium und Fassadenöffnungen dienen der natürlichen Belichtung und schaffen räumliche Qualitäten innerhalb der Erschließungszonen. Die Öffnung der Ostfassade als „Auge zum Brunnenplatz“ formuliert zusätzlich eine prägnante stadträumliche Geste.
Architektur Beschreibung
Die architektonische Ausformulierung folgt einer klaren Gliederung aus gestaffelten Baukörpern, die auf die umgebenden Freiräume und Hochhäuser reagieren. Die höheren Baukörper definieren die Außenkanten der Passage, während die niedrigeren Bereiche nach Süden und Osten eine bessere Durchlichtung des Innenhofs ermöglichen. Erker an den Nord- und Westfassaden unterstützen die Belichtung der Flure und erweitern die Fassadenstruktur.
Im Inneren bildet das Foyer an der Eingangsarkade das zentrale räumliche Element mit einer direkten Sichtverbindung zum Innenhof. Eine geschwungene Treppenanlage mit Zwischenebene und ergänzender Sitztreppe schafft zusätzliche Aufenthaltsqualität sowie Gemeinschaftsbereiche. Der begrünte Innenhof fungiert als verbindendes Element zwischen den Erschließungsbereichen und den gemeinschaftlich genutzten Flächen und stellt den Bezug zur Passage und zum Brunnenplatz her. Ergänzend sorgt ein durchgehendes Atrium für Tageslicht in den Fluren und Gemeinschaftsräumen über alle Ebenen hinweg.
Konstruktion
Die Konstruktion des Wohngebäudes basiert auf einer nachhaltigen Modulbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad. Auf einem massiven Sockel und einer Lastverteilungsplatte werden großformatige Holzmodule und Fertigteile eingesetzt, die vollständig vorkonfektioniert auf die Baustelle geliefert und in kurzer Zeit montiert werden. Die serielle Vorfertigung ermöglicht eine effiziente Bauzeit sowie eine hohe Ausführungsqualität.
Alternativ ist eine Umsetzung in Holztafelbauweise mit vergleichbarem Vorfertigungsgrad vorgesehen. Die Fassaden werden in Faserzement ausgeführt, einem langlebigen und recyclingfähigen Material mit geringem Wartungsaufwand. Sämtliche Anforderungen an Schallschutz, Wärmeschutz, Brandschutz und Raumklima werden durch die gewählte Bauweise erfüllt.
Die Grundrisse der Wohneinheiten sowie alle Erschließungs- und Aufenthaltsbereiche sind barrierefrei konzipiert. Vorgefertigte Sanitärmodule mit unterschiedlichen Badtypen optimieren den Ausbauprozess. Die technische Infrastruktur umfasst geplante HLSE-Schächte sowie eine kontrollierte Be- und Entlüftung der Nasszellen und Küchenbereiche. Materialien wie Holz und Linoleum kommen entsprechend der jeweiligen Nutzung zum Einsatz, ergänzt durch außenliegende Verschattungssysteme und innenliegende Vorhänge zur Regulierung von Licht und Raumklima.
Initial Situation
The urban block on Hindemithstraße in Lerchenberg is derived from a heterogeneous urban context characterized by high-rise buildings, surrounding structures, and open spaces along Brunnenplatz, the passage, and Regerstraße. Through a differentiated height gradation, the building responds to adjacent structures and outdoor spaces. The stepped volumes towards the south and east ensure an appropriate integration into the context while enabling daylight penetration into the inner courtyard and internal corridors.
Concept
The concept is based on the development of a clearly structured urban block along the passage, where height gradation integrates both urban relationships and functional requirements. A key aspect is the organization of 350 residential units within a compact structure, complemented by strategically placed communal spaces. The inner courtyard, atrium, and façade openings provide natural daylight and create spatial quality within the circulation areas. The opening in the east façade, conceived as an “eye towards Brunnenplatz,” establishes a distinctive urban gesture.
Architectural Description
The architectural expression follows a clear composition of stepped building volumes responding to surrounding open spaces and high-rise buildings. The taller volumes define the outer edges of the passage, while the lower sections towards the south and east allow for improved daylight access to the inner courtyard. Bay windows on the north and west façades enhance daylight penetration into the corridors and articulate the façade.
Internally, the foyer at the entrance arcade forms the central spatial element, providing a visual connection to the inner courtyard. A curved staircase with an intermediate level and an integrated seating stair creates additional communal areas and enhances spatial quality. The landscaped courtyard acts as a connecting element between circulation zones and shared spaces, reinforcing the relationship to the passage and Brunnenplatz. In addition, a continuous atrium introduces daylight into corridors and communal areas across all levels.
Construction
The construction of the residential building is based on a sustainable modular system with a high degree of prefabrication. Large-scale timber modules and prefabricated elements are assembled on a solid base and load distribution slab. The fully prefabricated modules are delivered to the site and installed within a short construction period, ensuring efficiency and high execution quality.
Alternatively, a timber panel construction system with a comparable level of prefabrication is feasible. The façades are designed in fiber cement, a durable and fully recyclable material requiring minimal maintenance. All requirements regarding sound insulation, thermal performance, fire protection, and indoor climate are met through the proposed construction system.
All residential units, circulation areas, and communal spaces are designed to be fully accessible. Prefabricated sanitary modules with different bathroom types optimize the construction process. The technical infrastructure includes coordinated building services shafts and controlled ventilation of wet rooms and kitchen areas. Materials such as wood and linoleum are applied to functional requirements, complemented by external textile shading systems and internal curtains for light and climate control.
Wettbewerbe
| 2024 | Wettbewerb Junges Wohnen Lerchenberg |














