Staatstheater Mainz, Großes Haus Mainz
Teilnahme am Tag der Architektur in Rheinland-Pfalz 2003
Statik: ArGe Grebner Ingenieure mit IBC Ingenieur Bauconsult, beide Mainz
TGA: Büro Melenk, Zotzenheim
Bühnentechnik: Gerling & Arendt, Berlin
Opernhaus mit Vollbühne, Garderoben, Verwaltung, Werkstätten, Proberäumen, Kantine
Ausgangslage
Nach Jahrzehnten intensiver Nutzung war das Große Haus des Staatstheaters Mainz stark sanierungsbedürftig. Die baulichen Mängel, verbunden mit einer abgelaufenen Betriebsgenehmigung, machten eine sofortige Schließung unumgänglich. Ziel war es, die Spielstätte technisch, funktional und gestalterisch zu erneuern, um wieder einen vollwertigen Theaterbetrieb auf höchstem Niveau zu ermöglichen – in engem zeitlichen Rahmen und unter laufendem Kulturbetrieb im Ersatzspielort Phönixhalle.
Konzept
Die Sanierung verfolgte das Ziel einer baulich und betrieblich integrierten Theaterstruktur, gemeinsam mit dem zuvor errichteten Kleinen Haus (siehe Projekt). Trotz knapper Planungsvorläufe und komplexer Projektstrukturen wurde der Bau als kulturelles Großereignis für Mainz und Rheinland-Pfalz wahrgenommen. Die Maßnahme wertete nicht nur das Stadtbild auf, sondern schuf auch neue Standards für Theaterarchitektur, Zuschauerkomfort und Arbeitsbedingungen für das Ensemble.
Architektur Beschreibung
Der Zuschauerbereich wurde vollständig neu konzipiert und in einem zurückhaltend eleganten Design mit gezielten Lichtakzenten gestaltet. Besonders markant ist die hinterleuchtete Glaswand im Foyer, die mit wechselnden Farben für atmosphärische Lichtstimmungen sorgt. Ein weiteres Highlight ist das Dachrestaurant im gläsernen Zylinder, das als architektonisch einzigartiger Raum eine hohe Aufenthaltsqualität bietet und sich sichtbar in die Stadtsilhouette einfügt.
Konstruktion
Die bauliche Umsetzung war geprägt von maroder Bausubstanz, unerwarteten Schäden und der Notwendigkeit zur Anpassung statischer Konzepte. Die Realisierung erfolgte unter zeitgleicher Planung und Ausführung, was hohe Flexibilität verlangte. Herausragend ist die komplett erneuerte Bühnentechnik, insbesondere das Hinterbühnenpodium, das in seiner Ausführung weltweit einzigartig ist. Materialwahl und Bauausführung – etwa gestockter Sichtbeton im Innenraum – folgen dem Prinzip einer robusten, langlebigen Theaterarchitektur mit feinen gestalterischen Akzenten.
Initial Situation
After decades of intensive use, the main stage of the Staatstheater Mainz was in urgent need of refurbishment. Structural deficiencies, combined with an expired operating permit, made immediate closure unavoidable. The objective was to renew the venue technically, functionally, and architecturally in order to re-establish full-scale theatre operations at the highest level—within a tight timeframe and while cultural activities continued at the temporary venue, the Phönixhalle.
Concept
The refurbishment aimed to create a structurally and operationally integrated theatre complex in conjunction with the previously completed Small House (reference). Despite limited planning time and complex project conditions, the project was perceived as a major cultural event for Mainz and Rhineland-Palatinate. The intervention not only enhanced the urban environment but also established new standards for theatre architecture, audience comfort, and working conditions for the ensemble.
Architecture Description
The auditorium was completely redesigned, resulting in a restrained and elegant interior with carefully placed lighting accents. A key feature is the backlit glass wall in the foyer, which creates atmospheric lighting moods through changing colors. Another highlight is the rooftop restaurant housed within a glazed cylindrical structure, offering a unique architectural space with a high quality of stay and a visible presence within the city skyline.
Construction
The construction process was characterized by deteriorated existing structures, unforeseen damage, and the need to continuously adapt structural concepts. Implementation took place with simultaneous planning and construction, requiring a high degree of flexibility. A central feature is the completely renewed stage technology, particularly the rear stage podium, which is unique in its design worldwide. Material selection and construction—such as bush-hammered exposed concrete in the interior—follow the principle of a robust, durable theatre architecture with refined design detailing.
Ausstellungen
| 2003 | Architektenkammer RLP - Tag der Architektur |
Auszeichnungen
| 2003 | Architektenkammer RLP - Tag der Architektur |
Publikationen
| 2009 | Architektur-Spaziergänge Nachkiregs-/Moderne Architektur - Rheinufer | MAINZ.DE | |
| 2002 | Mainzer Allgemeine Zeitung Verschiedene Artikel seit 1997 - 2002 | ||
| 2002 | Mainzer Rheinzeitung Verschiedene Artikel seit 1997 - 2002 | ||
| 2001 | Stadt Mainz - Baudokumentation zur Sanierung des Großen Hauses | Cover | AMAZON.DE |
| 1998 | Verlag Hermann Schmidt Mainz - Der Architekt Klaus Möbius Staatstheater Mainz - Eine Architektur- und Buchcollage | Cover | AMAZON.DE |
| 1998 | Frankfurter Allgemeine Zeitung am 04.06.1998 |









