Haltestelle Konstablerwache Frankfurt am Main
Ausgangslage
Die Haltestelle Konstablerwache ist ein stark frequentierter Nahverkehrsknotenpunkt mit über 200.000 Fahrgästen täglich und liegt direkt an der Zeil, einer der meistbesuchten Einkaufsmeilen Europas. Um ausreichend barrierefreie Mobilitätsflächen für Ein- und Aussteiger zu schaffen, werden die Bus- und Straßenbahnsteige auf jeweils 57 m verlängert. Daraus ergibt sich die Aufgabenstellung für markante Wartehallen mit einer Länge von 45 m, die der hohen Publikumsfrequenz gerecht werden.
Konzept
Die Wartehallen wurden als skulpturale, dynamische Elemente gestaltet, die die Bewegung ankommender, wartender und abfahrender Züge formal interpretieren. Die Rückwände der Hallen sind gefaltet und gestreckt: am Rand dehnen sie sich, in der Mitte verdichten sich die Faltungen analog zum Bremsen und Halten der Züge, bevor sie sich wieder strecken. Diese Faltungen verbinden Gestalt und Tragwerk und erzeugen eine visuell dynamische und transparente Struktur, die zugleich die Stabilität sicherstellt.
Architektur Beschreibung
Die Wartehallen erstrecken sich über 45 m und bilden entlang der Rückwände windgeschützte Nischen mit integrierten Sitzgelegenheiten. Lichtflächen und transparente Elemente werden durch modulare ESG-Glasflächen umgesetzt, deren Ecken verklebt sind. Die Hallen integrieren Fahrgastinformationssysteme, Ticketautomaten und akustische DFI-Ansagen, gut einsehbar und barrierefrei. Zwischen den Hallenrückwänden und Fahrbahnkanten gewährleisten Ganzglasbrüstungen Sicherheit, während die Bahnsteige durchgängig mit einem Blindenleitsystem ausgestattet sind.
Konstruktion
Das Tragwerk besteht aus flächenaktiven Faltwerken aus Stahlblechen (Edelstahl, Kupfer- oder Messinglegierungen), die ihre Biegesteifigkeit durch geometrische Faltungen und Verdrehungen erzielen. Die Module sind vorgefertigt, transportgerecht dimensioniert und vor Ort an wenigen Punkten montiert. Dachflächen entwässern über Kehlen in Bodenrinnen. Durch die modulare Konstruktion werden Materialeinsatz und Bauteile minimiert, ohne auf Stabilität und architektonische Wirkung zu verzichten. Die transparenten und Lichtflächen der Rückwände sind integraler Bestandteil der Tragstruktur und erzeugen eine dynamische, modulare Erscheinung.
Context
Konstablerwache is a major public transport hub in Frankfurt, serving over 200,000 passengers daily and situated on the Zeil, one of Europe’s busiest shopping streets. To provide sufficiently large and barrier-free boarding and circulation areas, the bus and tram platforms were extended to 57 m each. This requirement led to the design of prominent waiting halls, each 45 m long, to accommodate high passenger flows efficiently.
Concept
The waiting halls are designed as sculptural, dynamic structures that visually interpret the movement of arriving, waiting, and departing trains. The rear walls of the halls are folded and stretched: they expand at the edges and densify toward the center, reflecting the braking and pausing of trains, before stretching again as the trains depart. These folds merge architectural expression with structural function, creating a visually dynamic, transparent, and stable system.
Architectural Description
The 45 m-long halls feature wind-protected niches along the folded rear walls, with integrated seating for passengers. Light and transparent elements are realized using modular ESG glass panels with glued corners. The halls incorporate passenger information systems, ticket machines, and acoustic DFI announcements, all fully accessible. Frameless glass railings provide safety between the hall walls and roadway, while the platforms include continuous tactile guidance for visually impaired passengers.
Construction
The structural system consists of surface-active folded steel plate modules (stainless steel, copper, or brass alloys), achieving bending stiffness through geometric folds and twists rather than material thickness alone. Modules are prefabricated to transportable dimensions and assembled on-site at only a few connection points. Roof surfaces drain directly into ground channels. Transparent and light-transmitting panels are integrated into the structural folds, resulting in a modular, efficient, and visually dynamic construction that minimizes material use without compromising stability or architectural expression.
Wettbewerbe
| 2010 | Gutachterverfahren - 2. Platz |








