Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof Heidelberg 1.Preis
ArGe SCHOYERER ARCHITEKTEN_SYRA und BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten
Ausgangslage
Das Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof Heidelberg wurde im Rahmen eines Wettbewerbs als neues städtebauliches Element auf dem Willy-Brandt-Platz entwickelt. Der Entwurf reagiert sensibel auf die bestehenden städtebaulichen Gegebenheiten und die Architektur des Bahnhofsgebäudes, integriert funktionale Anforderungen wie Fahrradparken, Kurzzeitparkplätze, Kiss & Ride, Taxivorfahrt und schafft gleichzeitig eine gestalterisch hochwertige Platzqualität. Das Ziel war, den Fahrradverkehr als zentrale Infrastruktur sichtbar und erlebbar zu machen und zugleich den Platz als urbanen Aufenthaltsraum zu definieren.
Konzept
Das Fahrradparkhaus versteht sich als Manifest für das Radfahren und bringt die heutige Bedeutung des Radverkehrs programmatisch zum Ausdruck. Das Gebäude wird als offenes Regal auf einem triangelförmigen Grundriss konzipiert, geprägt von einem Rampenband, das sich von Etage zu Etage über die Gebäudeaußenkante windet. Die Erschließung erfolgt über zwei Aufzugstürme und eine interne Spindeltreppe, während die Ausfahrt über das Rampenband erfolgt. Das „Radhaus“ ergänzt die umliegenden Hochpunkte der Print Media Academy und des BG RCI zu einem städtebaulichen Dreiklang und schafft klare funktionale Zonen auf dem Bahnhofsvorplatz. Reisende werden bereits in der Empfangshalle über digitale Fahrgastinformationen auf ihre Orientierungsmöglichkeiten verwiesen. Das Radhaus bietet zudem eine Touristeninformation, eine Aussichtsplattform, eine kleine Bar, öffentliche Toiletten sowie die Möglichkeit, für den Aufenthalt in Heidelberg ein Fahrrad oder Pedelec zu mieten.
Architekturbeschreibung
Die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes ist zurückhaltend und funktional, gleichzeitig aber hochwertig in Materialwahl und Oberflächenstruktur. Natursteinbänder, teilweise in Travertin, strukturieren den Platz und schaffen Bezüge zur Bahnhofshalle, ohne eine unnatürliche Zentralität zu erzeugen. Linsenförmige Sitzinseln lockern die Linearität der Platzgestaltung auf und bieten Aufenthaltsqualität. Die Bäume auf dem Platz bleiben weitgehend erhalten, Ersatzpflanzungen werden ergänzt. Der Willy-Brandt-Platz Süd ist für Kurzzeitparkplätze, Taxen und den Fahrradparkhaus-Zugang vorgesehen, während der Willy-Brandt-Platz Nord vorrangig Erschließungs- und Lieferfunktionen übernimmt und einige oberirdische Fahrradstellplätze beherbergt. Die Platzgestaltung betont Funktionalität, städtebauliche Wirkung und gestalterische Zurückhaltung zugleich.
Konstruktion
Das Fahrradparkhaus wird als offenes Regalsystem auf einem triangelförmigen Grundriss errichtet. Die Rampenstruktur ermöglicht eine einfache und logische Bewegung der Fahrräder zwischen den Ebenen. Zwei Aufzugstürme und eine interne Spindeltreppe sichern die barrierefreie Erschließung. Die Ausfahrt erfolgt über das Rampenband, wodurch die interne Logik des Parkhauses nachvollziehbar wird. Die Platzoberflächen sind hochwertig in Naturstein ausgeführt, optional auch in Betonwerkstein, während die PKW-Erschließung über farblich abgesetzten Asphalt geführt wird. Die Planung ermöglicht eine wirtschaftliche Realisierung durch die Kombination aus unterirdischen Stellplätzen, Rampenführung und effizienter Flächenaufteilung.
Fazit
Das Konzept überzeugt durch die durchdachte Zonierung der unterschiedlichen Teilräume, die funktionale Klarheit und die städtebauliche Integration. Die Platzgestaltung kombiniert Aufenthaltsqualität, Funktionalität und architektonische Sensibilität, während das Fahrradparkhaus als sichtbares Symbol des Radverkehrs die städtebauliche Struktur des Bahnhofsvorplatzes stärkt.
Context
The bicycle parking garage at Heidelberg Main Station was developed as a new urban element on Willy-Brandt-Platz through a competition. The design responds sensitively to the existing urban context and the architecture of the station building while integrating essential infrastructure such as bicycle parking, short-term parking, kiss & ride, and taxi drop-off. At the same time, it enhances the square as a high-quality public space. The project aims to make cycling infrastructure visible and experiential while structuring the square as an urban place for movement and stay.
Concept
The bicycle parking garage is conceived as a manifesto for cycling, programmatically expressing the contemporary significance of bicycle traffic. The building is designed as an open shelf system on a triangular footprint, characterized by a ramp that spirals along the outer edge of the building from one floor to the next. Access is provided via two elevator towers and an internal spiral staircase, while the exit is via the ramp. The “Bike House” complements the surrounding high points of the Print Media Academy and BG RCI to form an urban ensemble of three key structures and clearly organizes functional zones on the station forecourt. Passengers are informed via digital displays in the station hall about orientation options. The facility also offers a tourist information point, a viewing platform, a small bar, public toilets, and rental bicycles or e-bikes for visitors staying in Heidelberg.
Architectural Description
The design of the station square is restrained yet functional, combining high-quality materials and surface finishes. Natural stone bands, partly in travertine, structure the square and create visual connections to the station hall without imposing unnatural centrality. Lens-shaped seating islands break up the linearity of the paving and provide areas for rest and gathering. Most of the existing trees are preserved, with additional plantings as needed. Willy-Brandt-Platz South accommodates short-term parking, taxis, and access to the bicycle parking garage, while Willy-Brandt-Platz North mainly serves delivery and operational functions and houses some above-ground bicycle parking. The overall design emphasizes functionality, urban coherence, and aesthetic subtlety.
Construction
The bicycle parking garage is structured as an open shelf system on a triangular footprint. The ramp system allows logical and straightforward movement of bicycles between levels. Two elevator towers and an internal spiral staircase provide barrier-free access. The ramp serves as the exit route, maintaining clarity in circulation. Square surfaces on the forecourt are executed in high-quality natural stone, optionally in concrete stone, while vehicular access is highlighted with colored asphalt. The design enables economic realization through the combination of underground parking spaces, ramp circulation, and efficient spatial organization.
Conclusion
The project excels through its careful zoning of different functional areas, clear circulation, and sensitive urban integration. The square design combines quality of stay, functionality, and architectural refinement, while the bicycle parking garage itself stands as a visible symbol of cycling, reinforcing the urban structure of the station forecourt.
Wettbewerbe
| 2016 | Competitionline - Neugestaltung Bahnhofsvorplätze | COMPETITIONLINE.COM |








