Brücke Birkenauer Straße, Columbus - Franklin Mitte Mannheim
In Zusammenarbeit mit LAP-Consult/ Leonardt, Andrä und Partner, Stuttgart
Gestaltungsidee/ Integration des Bauwerks in den städtebaulichen Kontext
Keine Kirchturmspitzen, sondern vier Hochhäuser mit den Silhouetten der Lettern HOME stellen die künftigen die Hochpunkte des neuen Stadtteils FRANKLIN dar. Durch den Buchstaben „M“ soll eine Brückenverbindung vom Columbus Quartier über die Birkenauer Straße und die Stadtbahnline in das Stadtquartier FRANKLIN Mitte führen. Somit geht es hier nicht um typische Rahmenbedingungen für einen Brückenentwurf wie Landschaft und Topographie, sondern um einen sehr urbanen Ansatz mit signalhaften Chiffren. In diesem Sinne leiten die Verfasser aus den unterschiedlichen Durchfahrtshöhen/Lichtraumprofilen eine rationale Entwurfsstrategie ab, welche sich in zwei Brückentypen manifestiert, der Trogbrücke und der Brücke mit gevoutetem Durchlaufträger. Durch den markanten Höhenversatz an der Schnittstelle der beiden unterschiedlichen Lichtraumprofile - über dem Gleisbett und der Straße 6,00 m und über dem Radweg 4,50 m - erhält die Brücke ein dynamisches Profil. Im Ergebnis taucht die flache Brücke bildhaft in den Luftraum unter dem Hochhaus ein, wohingegen die Verkehrstrasse mit deutlich mehr Konstruktionshöhe überspannt wird. Die Brückenfigur erscheint für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer niemals als statisches Bauwerk, sondern als prägnante und dynamische Figur.
Abmessungen und Nutzungsbereiche
Im Columbuspark startet die Rampe mit einer Steigung von 5,2 % auf der Mittellinie, über den Verkehrstrassen verläuft der Steg nahezu horizontal, und im Bereich des FRANKLIN Park neigt sich der Steg mit 2,0 % in Richtung FRANKLIN Mitte. Die Gesamtläge des Steges beträgt von Nullpunkt zu Nullpunkt 295 m und die erforderlichen lichten Höhen von 6,00 m über den Fahrbahnen und nördlich davon 4,50 m wird sichergestellt. Die nutzbare Rampenbreite beträgt durchgängig 6,0 m.
Freiraumplanerisches Konzept
Im Bereich des Brückenkopfes am FRANKLIN Park wird der Rampenverlauf zu einem Hügel mit mehreren Funktionen ausgebildet. Die von Osten kommenden Abkürzungen für Fußgänger gehen am Scheitelpunkt nach Westen in tribünenartige Abstufungen zur Festwiese über. Aufgrund dieser Gestaltungsmerkmale erzielt der Ort eine hohe Aufenthaltsqualität, trotz seiner uneingeschränkten Funktionalität als Verkehrsfläche.
Tragwerk und Konstruktion
Tragwerksidee
Die Wahl des Tragwerks wird bestimmt durch die Randbedingungen. Die entscheidenden Randbedingungen sind hier das große Feld über dem Grundstück des Hochpunkts M, die Einhaltung sämtlicher Lichtraumprofile über der Birkenauer Straße und die Einhaltung der Anforderungen an eine Brücke über eine Gleisanlage. Der gewählte asymmetrische Entwurf vereint all diese Anforderungen in sich.
Im Bereich des Hochpunkts M kann das Tragwerk als gevouteter Träger verstanden werden. Es ist ausreichend Platz für ein untenliegendes Tragwerk vorhanden, die glatte und ebene Untersicht erlaubt ein Einschieben des Tragwerks durch den Hochpunkt M. Über der Birkenauer Straße ist der Querschnitt trogartig ausgebildet: Verkehrsteilnehmer auf der Birkenauer Straße können so nicht durch die Beleuchtung auf dem Bauwerk irritiert werden und die vertikalen Außenwände der Tragkonstruktion übernehmen zusätzlich die Aufgabe des Berührschutzes über den Stadtbahngleisen. Das Entscheidende ist jedoch, dass hierdurch nur eine sehr schlanke Konstruktion Unterhalb der Laufebene erforderlich ist, was zu einer flachen Gradiente und somit zu einer kürzeren Brücke und kleineren Erdbauwerken in den Anschlussbereichen führt.
Konstruktion
Bei der Konstruktion handelt es sich um einen semi-integral gelagerten, gevouteten Durchlaufträger in Stahlbauweise mit 4 Feldern. Die Breite zwischen den Geländern beträgt wie gefordert 4,5 m, die Gesamtlänge des Brückenbauwerks 153,4 m.
Der Querschnitt besteht aus einem Hohlkasten welcher im Bereich der Überquerung der Birkenauer Straße mit trogartigen Längsträgern ergänzt wird. Im Bereich der Achse 30 – zwischen Hochpunkt M und der Birkenauer Straße – hat der Träger seinen markanten Schwerpunkt mit einer Bauhöhe von insgesamt 4,6 m, was erforderlich ist um die Stützweiten 54,7 bzw. 34,3 m zu überbrücken. Zu den Widerlagern hin reduziert sich die Bauhöhe auf nur noch 0,6 m unterhalb der Fahrbahn.
Gründungskonzept
Gemäß Vorschlag des Baugrundgutachters werden Flachgründungen als Einzelfundamente vorgesehen.





