Fahrradspindel Kaiserbrücke Mainz 3.Preis
In Zusammenarbeit mit B+G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt am Main
Ausgangslage
Die Kaiserbrücke als Eisenbahnbrücke über den Rhein stellt eine wichtige Rad- und Fußwegverbindung zwischen den Landeshauptstädten Mainz und Wiesbaden dar. Die bestehende Erschließung erfolgt jedoch ausschließlich über eine Treppenanlage mit Schieberille und ist damit für Radfahrer, mobilitätseingeschränkte Personen sowie Eltern mit Kinderwagen unzureichend. Die Planungsaufgabe besteht in der Entwicklung eines barrierefreien Erschließungskonzepts zur Überwindung eines Höhenunterschieds von 10 Metern.
Konzept
Das Entwurfskonzept für die Fahrradspindel an der Kaiserbrücke folgt einem nachhaltigen und zugleich prägnanten Ansatz im Sinne der städtischen Zielsetzungen von Mainz. Vorgeschlagen wird eine kompakte Spindelfigur als barrierefreie Rampe, die sich mit minimalem Flächenverbrauch in die städtebaulich sensible Situation am denkmalgeschützten Brückenbauwerk einfügt. Die Linienführung entwickelt sich als fließende Bewegung von der Brücke zur Rheinuferpromenade und formuliert gleichzeitig eine eigenständige Landmark.
Architektur Beschreibung
Die Gestaltung des Verkehrsbauwerks basiert auf einer kompakten, bauteilminimierten Spindelgeometrie, die sich sowohl funktional als auch architektonisch in das Umfeld der Kaiserbrücke und des Zollhafens integriert. Durch ihre reduzierte Grundfläche gewährleistet die Spindel einen geringen Eingriff in den Stadtraum sowie minimale Auswirkungen im Hochwasserfall.
Die Formensprache orientiert sich an der bestehenden Eisenbahnbrücke und interpretiert diese mit einer eigenständigen, einseitigen Fachwerkkonstruktion. Dabei bleibt die Spindel in ihrer Maßstäblichkeit bewusst untergeordnet und respektiert die Geländerhöhe der bestehenden Radverbindung als oberen Abschluss.
An den äußeren Punkten der Spindel entstehen Aufenthaltsbereiche mit Blickbeziehungen stromaufwärts und stromabwärts. Die Wegeführung wird durch diese Ruhebereiche ergänzt und schafft zusätzliche Aufenthaltsqualität. Insgesamt entsteht eine klare, elegante Verbindung zwischen Kaiserbrücke und Rheinuferpromenade bei Erhalt der bestehenden Feuerwehrzufahrt.
Konstruktion
Die Konstruktion der Fahrradspindel basiert auf einem reinen Stahltragwerk im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft mit vollständig recyclebarem Material. Das Tragwerk wird als einseitig angeordneter Vierendeel-Fachwerkträger ausgebildet, der von freistehenden Stahlstützen getragen und mit diesen konstruktiv verbunden ist.
Die Fahrbahn kragt vom Untergurt aus und leitet die entstehenden Kräfte über Torsion und Biegung innerhalb des Fachwerkträgers ab. In Abhängigkeit der Krümmung werden Druck- und Zugkräfte im Unter- und Obergurt aufgenommen. Die Konstruktion ist so dimensioniert, dass die erforderlichen Eigenfrequenzen für eine sichere Nutzung eingehalten werden.
Die Gründung erfolgt über Einzelfundamente und voraussichtlich Pfahlgründungen gemäß Bodengutachten. Die Montage erfolgt in vorgefertigten Segmenten, die vor Ort zusammengesetzt werden, wodurch ein effizienter Bauablauf gewährleistet wird.
Geländer aus vertikalen Stabstählen sowie Edelstahlnetze dienen als Absturzsicherung und erzeugen je nach Perspektive Transparenz oder Geschlossenheit. Ein rutschhemmender Epoxidharzbelag sorgt für Nutzungssicherheit. Die Beleuchtung erfolgt über ein durchgehendes LED-Lichtband entlang der Brüstung, das eine gleichmäßige und blendfreie Ausleuchtung gemäß den normativen Anforderungen sicherstellt.
Initial Situation
The Kaiserbrücke, a bridge crossing the Rhine, serves as a key pedestrian and bicycle connection between the state capitals Mainz and Wiesbaden. However, the current access is limited to a stairway with a bicycle gutter, making it inadequate for cyclists, people with reduced mobility, and parents with strollers. The design task is to develop a barrier-free access concept to overcome a height difference of approximately 10 meters.
Concept
The design concept for the bicycle spiral at Kaiserbrücke follows a sustainable and distinctive approach in line with the City of Mainz’s objectives. A compact spiral ramp is proposed as a barrier-free solution, minimizing spatial impact while integrating sensitively into the urban and historic context of the listed bridge structure. The geometry evolves as a continuous movement from the bridge down to the Rhine promenade, forming a functional connection and an urban landmark.
Architectural Description
The architectural design is based on a compact, component-optimized spiral geometry that integrates both functionally and spatially into the surroundings of Kaiserbrücke and the Zollhafen district. Its reduced footprint ensures minimal intervention in the urban fabric and low hydraulic resistance in case of flooding.
The formal language references the existing railway bridge through a reinterpretation as a single-sided truss structure. At the same time, the spiral remains clearly subordinate in scale, maintaining the height of the existing bicycle path railing as its upper limit.
At the outer points of the spiral, resting areas are created, offering views upstream and downstream. These zones enhance the user experience and introduce moments of pause along the circulation path. Overall, the design establishes a clear and elegant connection between the bridge and the Rhine riverfront promenade while preserving existing access requirements such as the fire service route.
Construction
The structure of the bicycle spiral is conceived as a pure steel construction, emphasizing sustainability through a closed-loop recycling system with no loss of material performance. The primary load-bearing system consists of a single-sided Vierendeel truss, supported by freestanding steel columns that are structurally integrated.
The ramp deck cantilevers from the lower chord, with forces transferred through torsion and bending within the truss system. Depending on curvature, forces are resolved into compression in the lower chord and tension in the upper chord. The structure is dimensioned to meet required vibration performance criteria for safe and comfortable use.
The foundation system consists of individual footings, likely supported by pile foundations according to geotechnical requirements. Construction is based on prefabricated segments that are assembled on site, ensuring an efficient building process.
Safety elements include vertical steel bar railings and stainless steel mesh for fall protection, creating varying degrees of transparency depending on the viewing angle. A slip-resistant epoxy resin surface ensures user safety. Continuous LED lighting integrated along the railing provides uniform, glare-free illumination in accordance with relevant standards.
Wettbewerbe
| 2023 | 3. Preis Fahrradspindel an der Kaiserbrücke in Mainz | WETTBEWERBE-AKTUELL.DE |










